Pulp Fiction – Analyse von Ezekiel 25: 17

Ezekiel 25: 17

“Der Pfad der Gerechten ist zu beiden Seiten gesäumt mit Freveleien der Selbstsüchtigen und der Tyrannei böser Männer. Gesegnet sei der, der im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens die Schwachen durch das Tal der Dunkelheit geleitet. Denn er ist der wahre Hüter seines Bruders und der Retter der verlorenen Kinder. Und da steht weiter ich will große Rachetaten an denen vollführen, die da versuchen meine Brüder zu vergiften und zu vernichten, und mit Grimm werde ich sie strafen, dass sie erfahren sollen: Ich sei der Herr, wenn ich meine Rache an ihnen vollstreckt habe.”

Quentin Tarantino hat in seinem Film „Pulp Fiction“ dieses Zitat um einiges ergänzt und in einen eigenen Kontext gebracht. Dennoch eignet es sich, um es theologisch auf unsere Gegenwart, unser Menschsein als solches, auf die Moral, mit der wir durch das Leben schreiten, zu beziehen und zu deuten.

Doch was will uns dieses Zitat überhaupt sagen? Was ist diese Tyrannei böser Männer? Ist damit die Globalisierung mit ihren Konzernchefs und Börsenmaklern gemeint? Die Berufspolitik, die, sich nach Macht sehnend, sich als eine moralische Instanz inszenieren, die sie vielleicht gar nicht sind? Oder gar der Mensch als solcher?

Lassen wir diese Frage erstmal offen und widmen uns einem Gleichnis, das vielleicht Licht ins Dunkle bringt:

Wer sind die Schwachen, die der Barmherzige und Gutwillige durch das Tal der Dunkelheit geleitet? Bei mir entsteht da ein Bild im Kopf, von Schafen, die von den Hirten durch den Wald getrieben werden, in der Hoffnung, dass die Wölfe nicht kommen.

Nun, ein Schaf muss sich nicht Gedanken um die Tyrannei böser Männer machen. Ein Schaf ist einfältig, seine Tyrannei sind allenfalls die Wölfe. Und doch ginge die Tyrannei böser Männer auch das Schaf etwas an, nur versteht dieses nichts davon. Doch vielleicht wäre diese Tyrannei längst Vergangenheit, wäre das Schaf nicht so unfassbar dumm und würde um deren Existenz wissen.

Auch ein Wolf muss sich nicht um die Tyrannei böser Männer scheren. Er ist fast noch einfältiger als das Schaf. Dennoch steht er in der Nahrungskette über dem Schaf, oder glaubt er das nur?

Doch was macht der Hirte? Der Feind des Hirten ist der Wolf und die Tyrannei böser Männer. Das mag schwer sein, doch ist von allen am erstrebenswertesten. Denn nur der Hirte handelt im Namen der Barmherzigkeit und des guten Willens. Und das ist das Ziel eines jeden Gläubigen.

 

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